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Jagd heute

In dieser Rubrik soll es um die aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen und kontroverse Einstellungen zur Jagd gehen. Beschreiben Sie Ihre Erfahrung mit Gesetzen und Verordnungen, schildern Sie auf jagd.de Ihre persönliche Einstellung zur Jagd, warum Sie gerne Jäger sind und was Sie an den (Vor-)Urteilen so mancher Jagdkritiker stört!

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venator77, 13.05.2013

Gnadenschuss

 Jäger wollte Hirsch von seinem Leiden befreien.

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Nur über die Höhe des Bußgeldes von 3000 €, das die untere Jagdbehörde verhängt hatte, ließ das Landgericht mit sich reden. Es reduzierte den Betrag auf 500 €. Denn der Jäger habe einen Hirsch erlegt, auf den lt. § 19 Bundesjagdgesetz nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr geschossen werden durfte. Bei Dunkelheit dürfen nur Füchse und Schwarzwild gejagt werden.
Ursprünglich, so versicherte der 64jährige Geschäftsmann, habe er nur ein Wildschwein erlegen wollen, aber dann ein Rudel Rotwild beobachtet, das ein deutlich lahmender Hirsch begleitete.
Deshalb habe er dieses offensichtlich verwundete Tier von seinen Leiden befreien wollen.
Es sei ein Gnadenschuss und keineswegs Wilddieberei gewesen, wie ein anderer Jäger vermutete, der im Nachbarrevier ebenfalls auf der Pirsch war. Dieser glaubte beobachtet zu haben, dass der Betroffene und der ihn begleitende Jagdpächter sich an dem im fremden Revier verendeten Hirsch zu Schaffen machten. Der Zeuge war des Glaubens, 2 Wilddiebe auf frischer Tat ertappt zu haben. Er notierte das Kennzeichen des ohne Licht (?) fahrenden Jagdautos und erstattete Anzeige.
Der Schütze behauptete später, am Hirsch eine Laufverletzung festgestellt zu haben. Eine Schussverletzung, von ihm verursacht, schloss er aus, er habe einen Blattschuss abgegeben.Beweisfotos der Einschussstelle seien angefertigt worden und der unteren Jagdbehörde zugeleitet worden. Hier seien die Einwände nicht berücksichtigt worden.
Das Gericht sah das anders: Der Schütze sei den Beweis schuldig geblieben, dass die Laufverletzung zum sicheren Verenden des Tieres geführt hätte. Nur dann hätte er nach Einbruch der Dunkelheit einen sogenannten Hegeabschuss machen dürfen.
Jagdneid scheint auch eine Rolle gespielt zu haben. Ob es sich um einen Abschusshirsch handelte und ob dieser im eigenen oder fremden Revier erlegt wurde, was sicher auch rechtsrelevant gewesen wäre, geht aus einem Zeitungsbericht nicht hervor.
Siehe:
http://www.neobooks.com/werk/19663-sein-ist-das-reinste-herz.html



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Diskussion zu diesem Artikel (3 Beiträge)

Publiziert am 13.05.2013. Verantwortlich für den Inhalt ist allein der Autor. Ein Artikel gibt ausschliesslich die Meinung seines Autors wieder, nicht die der webpool GmbH.
http://jagd.de/magazin/jagdheute 23.07.2017