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Jagen mit 'Lionart' von: Lionart
Mit Lionart im Revier.

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13.08.2006 - 00.00 - Dachsdoublette
Morgenansitz
Man bin ich schon wieder spät dran. Gut hier ist es noch recht dunkel, aber trotzdem. Es ist 5.48h als ich mich auf dem Drückjagdstand einrichte. Vor mir geht es steil den Hang hoch. Buchen-Kiefern-Altholz mit Buche im Unterbau. Im Rücken, 30m links über den Graben und links vor mir in 50m Entfernung ist Dickung. Rechts vorne habe ich Schußfeld bis ca 120m. Mal sehen, was alles so läuft. Im Januar habe ich hier auf der Drückjagd ein Schmalreh geschossen. Der Jährling von damals müsste eigentlich noch laufen. Auch Sauen haben hier schon gebrochen. Mal sehen.Ich lehne mich zurück und döse in der Ruhe des Bestandes weg. Durch ein Rascheln werde ich geweckt. 6.08h. Man könnte schon schießen. Na mal schauen, was da los ist. Ah, eine Amsel sucht nach Würmern. Ich beobachte den Vogel eine Minute lang und streife dann mit meinem Fernglas weiter. Auf der Rückegasse 20m vor mir bewegt sich auf einmal etwas. Das ist ein Jungdachs. Soll ich den schießen? Naja, es werden jedes Jahr ein oder zwei überfahren, dann kann ich doch auch mal einen schießen. Was solls, die hatten jetzt auch lang genug Schonzeit bei uns. Letztes Jahr wollte ich auch schon mal einen jagen und hab dann von August bis November keinen gesehen. Ich also den Stutzen hoch und auf den Dachs gezielt. Soll ich mauseln, damit er stehen bleibt oder doch pfeifen? Der Jungdachs ignoriert jedoch das Mauseln und das Schussfeld wird immer kleiner. Ich pfeife und im gleichen Atemzug quasi bricht schon der Schuß. Der Dachs bricht auf der Stelle tot zusammen. Das sind keine 15mIch lade nach und will gerade den Steyr wieder ins Eck stellen da sehe ich im Augenwinkel von links wieder eine Bewegung. Da, noch einer. Den nimmst du auch gleich mit. Ich führe den Stutzen an die Backe und warte auf den 'grossen Marder' am Anschuß des ersten. Da bleibt er sicherlich kurz stehen und du musst auf der niedrigen Brüstung nicht mitfahren.Genau so ist es dann auch eingetreten. Bevor er merkte was gespielt wurde, war auch der zweite Dachs tot.
Ich lehnte mich zurück und schaute auf die Uhr. 6.14h. Deinen ersten beide Dächse. Die ersten überhaupt die wir hier in der ganzen Zeit erbeutet haben. Bin mal gespannt, was mein Paps dazu sagt Leider habe ich keinerlei Bewegung mehr wahrgenommen bis mein Vater um 7.38h auf dem Display meines Handys erschien. "Und, hast du geschossen?" "Ja." "Und?" "Zwei Jungdächse." "Was?!" "Naja, ich habe zwei Jungdächse geschossen." "Du machst Sachen. Waidmannsheil." "Waidmannsdank." "Wir kommen dann jetzt. Treffen wir uns am Schießhaus unten." "OK, dann baume ich jetzt auch ab.Bis gleich."
Am Schießhaus angekommen warteten bereits mein Vater und Fritz, ein befreundeter Nichtjäger, der ab und zu mit raus geht. "Zeig mal her, ich habe noch nie einen Dachs gesehen ausser in Büchern", war seine Begrüßung. "Im Kofferraum liegen sie." "Na, die sind aber nicht besonders stark. Wo sind sie denn her gekommen." Fragte mein Vater, als er sich meine Strecke in der Kiste ansah. "Ich denke, die waren oben an der Saukirrung, sie sind auf der Rückegasse von links her gekommen. 15m vor dem Sitz habe ich dann geschossen." "Waidmannsheil, "sagte Fritz. "Waidmannsdank, Fritz." Dann stiegen wir ins Auto und fuhren zum Frühstücken heim.

04.08.2006 - 00.00 - Der halbe fränkische Wald
Abendansitz
Es ist spät. 19.33h Ich sitze auf auf einer Leiter im Buchenaltholz. Heute hat es stark geregnet. Das Wasser läuft noch die Stämme runter und tropft von den Kronen. Rechts von mir Dickung, genau wie 20m hinter mir. Ich sitze an einem leichten Gefälle und sehe hangaufwärts auf den Schotterweg und das Fichtenholz auf der gegenüberliegenden Seite. Links und vor mir ungefähr 100m Schußentfernung. Auf 11 Uhr ca 30m entfernt steht eine Salzlecke. Man bin ich heute naß geworden beim arbeiten. Zum Glück hatte ich Wechselklamotten dabei. - Nur zwei Leitern hast du in den 4 Tagen hingekriegt. Gut dafür hat Christian Stangen für nochmal 4. Ich blattete zaghaft. Bei dem Wetter läuft eh nichts aufs Fiepen. Die Brunft ist wohl gelaufen. Schade, fast nichts mitgekriegt. Naja, was solls. Mich fröstelte leicht auf der Leiter und die Regentropfen von den Bäumen hämmerten auf meine Hutkrempe. Heute wird es bald Nacht. Nicht mal ein Vogel ist zu hören, nichts ausser dem rythmischen Tropfen. Ich hörte ein Rascheln hinter mir und suchte fieberhaft mit dem Fernglas nach dem Urheber. Leider ohne Erfolg.
20.01h. Wieder mal hatte ich mich auf der Leiter umgedreht um nach dem Rascheln zu sehen. Ich drehte mich um und erstarrte in der Bewegung. Ein Bock!, schoss es durch meinen Kopf. Den hab ich nicht kommen hören. Ganz vorsichtig und langesam drehte ich mich wieder nach vorne ohne das Reh aus den Augen zu lassen. Der zieht zum Salz. Knapp Lauscher hoch auf, Eine Gabel und einen Sechser angedeutet. Könnt ein Jährling sein. Ich nehm langsam die Krico hoch und führe das Fadenkreuz ins Leben. Der ist älter wie ein Jahr! Passt schon. Ich entsichere und lasse die 7x64 fliegen. Der Bock macht zwei Sätze auf der Stelle wie ein Geißbock und fluchtet benommen auf die Leiter zu. Eine Buche steht ihm im Weg und bringt ihn aus vollem Lauf zu Fall. Nach einem Purzelbaum ist er in der Dickung zu meiner Rechten verschwunden. Ich höre das Schlegeln. Der liegt in der Dickung. Wie bist du abgekommen? Sauber, 2 Finger hinter dem Blatt. Breit stand er auch.Wie groß ist das Gehölz? Naja, bis zum Weg sind es 20m. Da werde ich wohl schon wieder naß. Ich suchte mit dem Fernglas den Anschuß und seine letzte Flucht ab. Da, direkt vor der Leiter, das ist Lunge!Das Herzklopfen und die Ungewißheit ließen schlagartig nach und eine angenehme Zufriedenheit machte sich breit. Ich schickte Teini eine SMS um einen kurzen Raport zu geben, dann lehnte ich mich gemütlich zurück und ließ das Erlebte nochmals Revue passieren. Der Wind und die nasse Kälte vom Anfang spürte ich nicht mehr. 20.41h. So, jetzt hol ich den Fex aus dem Auto, folge Christians Vorschlag und lass ihn was arbeiten. Auf dem Weg unten suchte ich nach der ungefähren Stelle, wo ich den Bock vermutute und tatsächlich, 7-8m neben dem Weg sah ich ihn liegen. Dann lauf ich mit dem Knödel aussen rum, der hat heute eh noch nicht viel Bewegung gehabt und kommt nicht gleich auf das Stück. Ausserdem ist er dann ruhiger. Am Auto angekommen legte ich Waffe und Rucksack ab, zog den Schweißriemen raus und die Warnweste über. Fex fing an freudig zu winseln. Ja, du weißt um was es geht, gell mein Kleiner. Als ich ihm das Glöckchen ans Halsband machte, zitterte er vor Erregung. Ich lief los und Fex suchte die 20 Minuten voller Tatendrang den ganzen Weg ab, bis ich ihn ablegte um den Anschuß zu inspizieren.
Da, Schnitthaare und ein Tropfen Schweiß. Grießig - von der Lunge. Ich suchte nach den Trittsiegeln und rief meinen Helfer zu mir.Wir müssen uns beeilen, es wird schnell Nacht. "Such, mein Hund - wo ist das Rehlein?" Fex stürmte auf der 'heißen' Fährte los, wie von der Tarantel gestochen. "Langsam." Ich komm ja nicht hinterher. "Mach doch LANGSAM!" Fex schaut sich nach mir um und bleibt in der Fährte stehen. Bei ihm angekommen schick ich ihn wieder mit einem "Such, mein Hund" los. Keine Minute später stehen wir vor dem Reh und die Freude ist rießig. Ich seh mir nochmal den Schuß an. Klar, hoch, nicht mal das Herz erwischt, aber sauber in der Kammer. Wie ich abgekommen bin. Da ist nichts kaputt. "Na, ist das dein Rehlein."Ich mach Fex los und zieh den Bock unter hellem Glockengebimmel zum Auto.
21.23h. Der Wastl wird schon auf mich warten. Ich steige ins Auto und hole Ferlacher vom Bodensitz ab, an dem ich ihn vorher mit seinen Krücken hingebracht hatte. Bei Christian schließlich brach ich den Bock auf während wir auf ihn warteten. Als er kam brachte er einen Eichenbruch mit, der größer war als mein ganzer Hut. Mit einem Freudestrahlen überreichte er ihn mir feierlich und schenkte mir für den Hut eine Anstecknadel in Form eines Rehbockhauptes. "Da es dein erster Bock hier ist!" Ich dankte ihm und vergrub die Nadel an meinem Hut unter dem Bruch. Danach ging es für einen abschließenden Umtrunk in die Gaststätte um die Ecke. Ich sagte zu Christian und Wastl. "Na, soll ich da jetzt den halben fränkische Wald mitnehmen?" und deutete dabei auf den Eichenbruch an meinem Hut. "Nein, lass die Biomasse ruhig hier", war die scherzhafte Antwort und unter frohem Gelächter ging es in Richtung Wirtshaus.

02.08.2006 - 00.00 - Jagen bei Teini
Abendansitz
19.08h. Ich sitze auf der Leiter. Man war das heut anstrengend. Wie viele Stangen hast du wohl geschnitten? Mal sehen. 38 hast du rausgezogen. Es liegen mindestens noch so viele drinnen. Naja, die machst du dann halt morgen voll, bevor du anfängst die Drückjagdleitern zu bauen! Ich lehne mich zurück und genieße die Abendsonne. Vor mir erstreckt sich eine alte langsam einwachsende Streuobstwiese.60m nach links und 60m nach rechts Blickfeld, 30m breit. Christian sitzt 500m Luftlinie links von mir im Rücken am Trauf auf einer weiteren Streuobstwiese. Ideal für die Brunft. Naja, ich warte noch ein bisschen mit dem Blatten. Eigentlich könnte man hier mal die Haselbüsche rausschneiden, dann würde man wesentlich mehr sehen und hätte wohl noch ein paar Jahre Schussfeld. Egal das Wild bewegt sich ja, besonders in der Blattzeit.
Lange schon habe ich auf diese paar Tage im Wald hingefiebert während ich noch meine letzten Prüfungen zu schreiben hatte. Jeden Tag stieg in mir die Vorfreude an, endlich wieder raus zu kommen. Das letzte mal, als ich auf Jagd war ist einige Zeit her. Da habe ich daheim den Bock erlegt. Mitte Mai. Jetzt ist August. Naja, das wird doch hoffentlich auch wieder anders.
Direkt neben der offenen Leiter setzt sich ein Sperling auf die Eiche und beginnt aus vollem Hals zu schimpfen. Du schimpft doch nicht mit mir, ich tue dir doch gar nichts. Kaum hatte ich den Gedanken beendet flog er wieder weg. Als ob er es gespürt hätte. Komisch, wie die Natur auf dich manchmal wirken kann. Aber genau das reizt ja. So, wie spät ist es eigentlich? 20.12h. Na das ging ja fix. Ich zog den Weichselholzblatter meines Großvaters aus der Tasche und stellte den Kitzfiep ein. Mit dem hast du auch schon einige Böcke gelockt. Ich weiß noch genau wie ich ihn zum ersten Mal benutzt habe. Damals war ich fünf. Ich saß mit meinem Opa auf der Weißdornkanzel in Engstingen und lauschte den Geräuschen, die er mir auf dem kleinen Pfeifchen zeigte. Meine naive Frage war: "Darf ich auch mal?" Da mein Seppl bereits den Sprengruf zelebriert hatte dachte er sich wohl nichts dabei und gab ihn mir in die Hand. "Du musst aber noch warten, mindestens 20 Minuten bevor du blattest. Ungeduldig rutschte ich die Zeit auf dem Sitzbrett hin und her. Dann durfte ich das erste mal einen Blatter ausprobieren. Kaum war der zweite Ton raus sprengte ein junger, gut veranlagter Sechser quer über die Wiese bis unter den Sitz. 10 Minuten lang konnten wir ihn beobachten bevor er wieder im Unterholz verschwand. Damals bekam ich einen solchen Schreck über meinen Erfolg, daß ich beinahe den Blatter verschluckt hätte. "Opa, warum hast du den denn nicht erlegt?" - "Man muss doch nicht alles schiessen, was man sieht! Besonders wenn man so ein Naturtalent für die Lockjagd dabei hat!" Man war ich da stolz.
20.28h. Ich blattete zum zweiten Mal und steigerte mich langsam bis zum Angstgeschrei. Plötzlich wurde es zu meiner Linken rot. Ein Reh! Eine Geiß? Es ist verdammt stark, aber auf jeden Fall jung. Das Schmalreh zog langsam in die Fläche und suchte unter Scheingeäse die Fläche ab. Tapsig stolzierte sie bis 10m unter den Sitz. Dann warf sie auf und sicherte 5 Minuten lang angespannt nach rechts. Ganz klar ein Schmalreh. Das hat bestimmt 20kg. Was sie wohl riecht? Wir werden sehen! Dann spannte das Reh ein und war nach wenigen Sätzen wieder vom Wald verschluckt. Das war es schließlich auch gewesen.
Als ich 21.48h unten auf den Weg trat wartete bereits Teini auf mich. "Und was hast du gesehen?" Ich berichtete ihm von meiner Begegnung auf dem Heimweg.

14.05.2006 - 00.00 - Der richtige Riecher
Bock&FexMorgenansitz
Man, wann ist denn endlich 4. Seit zwei Stunden lieg ich hier schon rum und nichts passiert. Plötzlich geht das Licht im Flur an. Mein Vater kommt ins Zimmer und meint nur, "und, gehen wir?" - "Klar gehen wir! Wir waren gestern nicht." - "Na, dann hopp." - "Ja, komm gleich." Fex geht mit meinem Paps eine Etage höher. Ich zieh mich an und komme hoch. Freudig begrüßt mich mein Hund und lässt mich beinah stolpern. "Ja, du darfst mit. Ohne dich geh ich doch nicht." Du bleibst heut halt im Auto, da geht’s dir besser als unterm Sitz. Man, jetzt spinn dich aus, Knödel. "Komm mal her Fex, hier Abliegen. So ist er brav." Fex legt sich auf meinen Mantel und winselt vor Freude. Ich hole meine Schuhe und gehe mit ihnen in der Hand in die Küche. "Ist der Kaffe für mich?" - "Ja." Perfekt. 4.08 Uhr. Das wird genau richtig. "Und wo willst hin?" Na ja, es hat zwar geregnet aber ich geh auf die Stahlleiter. Oder soll ich doch lieber auf das Dreibein. Oder doch Wetterunabhängig aufs Dreiländereck? - Hm, ist mir jetzt egal, ich geh auf die Stahlleiter, da wollte ich schon seit 1. Mai hin. "Ich versuch es an am Ahornwiesle auf der Stahlleiter." - "Und wenn’s regnet?" - "Kann ich immer noch um sitzen aufs Dreiländereck." - "Also, dann gehst du da hin." - "Und du?" - "Ich geh auf die Schützenkanzel." - "Alles klar, gehen wir."
Verdammt, der Weg ist echt mal schmierig. Da wird meine Vroni wieder schön schimpfen, wenn ich "mit so dreckigen Hosen" am Sonntag rum laufe. Na ja, den Wald und mich stört das nicht. - Da ist sie. Natürlich ganz nass. Egal, dann nehme ich das Nylonsitzkissen. Als ich mich auf der Stahlleiter eingerichtet habe ist es 4.35Uhr. Sehr gut. Vor dem ersten Vogelruf im Wald, so soll es sein. Ich nehme mein Steiner in die Hand und sehe mich um. Mmh, man könnt schon sehen, wenn ein Reh auf dem Wiesle wäre. Ich sitze am Rand einer Käferfläche mitten im Hang. Unter mir im Tal, ca. 100m Luftlinie fließt der Bach. Im Rücken Buchenaltholz mit vereinzelt Eiche und Ahorn-Buchen-Unterbau. Oberhalb ca. 80m breit Fichtenbestand, ebenfalls mit dem Unterbau. Darüber wieder Buche. Man, der Käfer hat hier ganz schön gewütet. 20m breit vor mir und ca. 70m lang erstreckt sich die Fläche, die langsam mit Ahorn besiedelt wird. Schwer tropft der Regen noch von den Bäumen, obwohl der Himmel seine Schleusen vor Stunden geschlossen hat. Nebelschwaden ziehen vom Bach den Hang hoch. Was für eine Luft. Da, die erste Amsel. 4.58 Uhr. Ich lehne mich zurück und genieße das einsetzende Vogelkonzert. Plötzlich glaube ich rechts auf dem Weg eine Bewegung. Da, auf dem Grasweg. Das war doch vorher noch nicht! Tatsächlich, ein Reh. Eine Geiß, stark im Wildbret. Die sichert in die Dickung, noch eins. Man ist das schwach im Vergleich. Im Nebel zieht das zweite Stück ca. 100m weit entfernt auf die bewachsene Rückegasse. Was ist das. Ein Schmalreh? Das hat doch was zwischen den Lauschern. Doch nicht? Mein Herz schlägt bis zum Hals. Ruhig, die kommen auf dich zu. 5.13 Uhr. Das ist doch ein Bock. Wie alt? Wie veranlagt? Schwer zu sagen, bei dem Licht. Warte - warte. Der Nebel wird dichter. Nicht schlecht, was der drauf hat. Eng gestellt ist er und nicht sonderlich vereckt. Soll ich, oder soll ich ihn nicht. Wenn ich es nicht tu, der Staat ist keine 500m weit weg, der tut es bestimmt. Dann lieber ich. Ich nehme den Stutzen und dreh mich zu den Stücken. Der Nebel verzieht sich für einen Moment. Durch das Zielfernrohr spreche ich noch mal an. Der wird schon 4-5 Jahre haben. Ich suche nach einer guten Position. Zwecklos, das muss anders gehen. Mit einer recht ungünstigen Haltung sucht der Zielstachel das Leben des Bockes. Man, drehe dich. Noch ein Stück. Jetzt. Ich lasse die .3006 fliegen. Abgerutscht, verflucht noch eins. Er hat gezeichnet. Was hat er gemacht. Einen Katzenbuckel. Leber. Verdammt noch eins, wie kann man auch so bescheuert schießen. 5.22 Uhr. Mein Herz pocht auf den Kehlkopf. Ich zwing mich zur Ruhe. War das jetzt wirklich Leber? Paps holt mich erst so zwischen 7 und 8 ab. Hoffentlich keine Nachsuche. Fex ist zwar fit, aber die Grenze nicht weit. Ich geh zum Anschuss! Nein, noch nicht. Wart noch ein bisserl. 6.08 Uhr. So, jetzt aber. Ich baume vorsichtig ab und pirsche am Weg entlang. War das jetzt hier? Shit, kein Schweiß und kein Schnitthaar. Ich beginne den Weg abzusuchen, nichts. Als ich mich - immer noch suchend - wieder Richtung Leiter drehe, steht auf einmal die Geiß 5m neben mir in der Fläche auf und fluchtet den Hang hoch. Wie angewurzelt bleibe ich eine Minute lang stehen. Vor mir ein kleines Gebüsch aus Ahorn. Mein Blick streift etwas Braunes. Das ist doch kein Stück Holz, was da drin liegt. Mit der Taschenlampe leuchte ich rein. Da liegt er. Erleichtert atme ich durch. Keine 2m vom Anschuss weg. Die Kugel durchschlug das Leben des Bockes vor der letzten Rippe. Durch die Energie platzte das Zwerchfell und zog bei einem zweiten Ausschuss (?) die Dünnungen mit raus. Der Pansen hatte auch was abgekriegt. Schlechter Schuss. Na ja, wenigstens liegt er. - Was mach ich jetzt? Ich zieh ihn zum, Sitz und breche ihn gleich auf. Bleibt ja nix. Die Spaziergänger sind mir da jetzt egal. Außerdem kommen die bei dem Wetter eh nicht den Weg entlang. Gedacht, getan. Um 6.32 Uhr sitz ich wieder auf der Leiter, den Bock darunter hängend. Man, der ist höchstens drei. Viel mehr wäre er nicht geworden. Die Rosen sind gleich stark wie die Stangen. Was der wohl wiegt? 14-15kg, mehr hat er nicht. Ist eigentlich auch kein Fehler. Jetzt ist er sowieso schon tot.
Ich lehne mich zurück und warte auf den Anruf meines Seniors. Andächtig höre ich dem Vogelgesang zu. Das ist doch ein Kuckuck. Ich sehe auf die Uhr. 6.43. Verdammt, es fängt an zu regnen. Man, Paps, ruf doch endlich an. Ich wickle den Stutzen in meine Decke. 6.58Uhr. Mein Handy klingelt. "Und, hast du geschossen?" - "Ja." - "Und - einen Bock?" - "Ja." - "Gut?" - "Ja." - Waidmannsheil!" - "Waidmannsdank." - "Ich komm jetzt." - "OK, fährst an die Fuhr und kommst mit dem Eimer hoch, ich habe ihn schon aufgebrochen." - "OK, bis gleich." - "Bis gleich."
12 Minuten später steht mein Vater neben mir. In kurzen Worten erkläre ich ihm den Ablauf des Geschehenen. Er reicht mir den Eichenbruch und sagt lachend. "Noch mal Waidmannsheil, mein Junge." - "Waidmannsdank." Ich stecke mir den Bruch an den Hut. "Freut mich, dass es geklappt hat. Hattest heut morgen den richtigen Riecher, was." - "Tja", antworte ich schmunzelnd. "Soll vorkommen."

02.05.2006 - 00.00 - Morgensonne

Morgenansitz



"Es ist halb 5", sagt Ferlacher. Scheisse. Schon wieder weckt mich der Wastl. Peinlich. "Dann auf ins Revier!"
Um 4:55Uhr sitzen wir im Auto. "Und, wo willst hin sitzen? Magst noch mal an die Käferplatte von gestern morgen, an die Schützenkanzel oberhalb. Oder doch an einen anderen Platz." Ich kann sowieso nicht mehr auf die Stahlleiter. Der Fex ist mir zu unruhig. Den muss ich erst wieder ziehen, was das angeht. - "Ich geh auf die Schützenkanzel, vielleicht kommt ja der Alte von gestern." - "Gut, dann setz ich mich unten hin auf die Käferplatte. Weißt wie du zur Kanzel kommst? Du musst am Trauf runter, über das Teersträßle und dann einfach 15m gerade aus in den Wald, dann siehst du sie schon." - "Ja, die find ich schon. Waidmannsheil." - "Waidmannsheil."
Ich bleib an der Hecke stehen und lass mein Fernglas über die Wiese streifen. Nix da, gut. Ich mache mich auf, die 100m über die Wiese bis zum Waldrand. Letztes Jahr haben wir die Kanzel an diesem kleinen Käferschlag aufgestellt. Paps hat gleich darauf einen schwachen Gabler gestreckt. Dort läuft noch eine Geiß, die letzten Herbst zwei schwache weibliche Kitze hatte. Und die zwei Böcke von Gestern. Wir werden sehen. Ich klemm mir den Fex unter den Arm und besteige den Sitz. Die ausgemähte Schneise zieht saftiges Gras. Da muss doch was laufen. Mmh, 20 nach 5. Mir fielen die Augen zu. Um 6:03 Uhr wurde ich durch das Geschrei eines Eichelhähers geweckt. Als ich die Augen aufmachte schoss er kein Meter am Sitz vorbei und setzte sich gegenüber von dem Schlag auf eine Fichte. In Bayern würde ich dich jetzt. Warum bist du eigentlich so aufgeregt. Ich durchsuchte die Dickung hinter mir, die zum Bach hinführte. Keinerlei Bewegung. Bestimmt eine Stunde lang äugte ich immer und immer wieder angestrengt ins Unterholz. Nix, a b s o l u t nix. Himmel, noch mal, das kann doch nicht sein. Ohne Grund war doch die Ratschtante nicht so aufgebracht.
Leider war bis 8 Uhr dann auch keine Bewegung mehr. Ich baumte ab um Ferlacher abzuholen. Der Wastl hatte auch kein Glück. Den Schuss hätte ich gehört und er mich bestimmt angerufen. Wie verhext. Die waren doch gestern noch so aktiv. Na ja, man kann nicht immer Glück haben.
"Und, was hast gesehen", begrüßte mich Ferlacher. "Eichelhäher, sonst nichts." - "Dann geht’s dir wie mir. Die Schmetterlinge sind schon aktiv." Man, der ist gar nicht so enttäuscht wie ich, dass er auf seinem letzten Ansitz nichts gesehen hat. Wäre doch schön gewesen, wenn er den Alten gejagt und ich ihm die Möglichkeit dazu verschafft hätte.
Die Sonne schien Ferlacher ins Gesicht und ich sagte: "Komm wir rauchen hier noch eine bevor wir Heim fahren." Die Käferplatte steht so im Schatten. - "Ist ein schöner Platz hier. Man sieht eindrucksvoll den Sonnenaufgang. Echt super, wie sie so langsam über die Wipfel am Gegenhang aufsteigt. Hab mich total gemütlich ins Eck gepflanzt und gedöst. War ja auch nichts los." - "Ja, der Platz hat was."
Steil vor uns liegt der 40m breite Buchenschlag, den so langsam aber sicher der Holunder erobert. Wir blieben noch 10 Minuten wortlos sitzen und ließen uns von der Morgensonne wärmen.
"Schade, das es nicht geklappt hat, Wastl. Dann musst halt bald mal wieder mitkommen. Vielleicht haben wir dann mehr Glück. Den Bock lassen wir für dich laufen. Mein Paps hat da bestimmt auch nix dagegen." - "Gern, bin jederzeit dabei." Und herzlich Willkommen.

01.05.2006 - 00.00 - 3:0 für die Böcke

Morgenansitz


Ich öffne die Augen. Scheiße - verschlafen, die Vögel singen schon.
Ich also raus aus den Federn und schnell in die BW-Hose. Hemd, halb zugeknöpft und Weste drüber. Mein Jagdgast und Freund steht ungeduldig in der Türe und meint nur: "Dalle, ich hab dich schon zweimal gerufen." - "Komme schon."
Wo sind meine Socken, verflixt noch eins?
Langsam macht sich Hektik breit.
"Man Fex, komm jetzt endlich in die Gänge, wir wollen los - Feexx."
Mein 10 Monate alter Brandelbracken-Schäfer-Senner-Mix glotzt mich verschlafen mit seinem 'Was-will-er-denn-jetzt-schon-wieder-Blick' an und streckt sich erstmal. Als ich meinen Rucksack in die Hand nehme tippelt er ungeduldig um mich rum.
Als ich ein Stockwerk höher bin sehe ich zum ersten mal auf die Uhr. 10 vor 5. OK, den Kaffee trink ich noch, ist eh schon egal.
5:05Uhr brechen wir auf ins 5km entfernte Revier. "Du musst ganz vorsichtig zur Kanzel laufen. Schau auch auf der Wiese, ob schon was draußen steht, bevor du in den Wald pirschst. - Das Wild bewegt sich hauptsächlich zwischen 6 und 7. Hab’s da selten später gesehen." Mmh, 6° - gut, dass ich den Mantel dabei hab. "Weißt den Pirschpfad noch?" Wahrscheinlich nicht wirklich. Das kann man auch nicht mehr Pirschpfad nennen.
Ferlacher setzt mich an meinem Leitersitz ab und fährt weiter zur Kanzel, die ich ihm am Vortag gezeigt hatte. Fex hechelt vor Erregung. Wir waren seit Januar nicht mehr draußen. Bin gespannt, was sich bewegt. Letztes Jahr haben Paps und ich zwei Böcke hier gesehen - ob die wohl noch leben? Wahrscheinlich hat sich der Staat um sie gekümmert. Ist ja nicht weit rauf.
"Fex, abliegen! AABLIIIEEEGEN!!" Man ist der Knödel aufgedreht.
Kaum bin ich die Leiter oben, wackelt es auch schon. Fex will mir nachsteigen. Nachdem ich mir 10 Minuten lang sein Gewinsel angehört habe, baume ich wieder ab. "Na dann komm halt her", flüstere ich. Blödes Vieh. Bist doch kein Schoßhund. Aber wenn du meinst, hier oben ist es bequemer für dich, gut. Liegst halt auf den drei Bodensprossen.
Ich richte mich ein und sehe, wie immer auf die Uhr. 5:25Uhr. Vielleicht geht noch was. wir sind spät, aber doch nicht zu spät.
Meine Hoffnung war jedoch unbegründet. Außer einem Buntspecht, der zwei Fichten mit Wonne bearbeitet und einem Eichhörnchen, das seiner emsigen Beschäftigung nachgeht, sehe ich nichts.
So es ist 8Uhr. Zeit zum Gehen. Die ersten Spaziergänger werden nicht mehr lang auf sich warten lassen. Vielleicht hat ja Wastl wenigstens was gesehen.
Ich klettere von der Leiter und pirsche die 600m am Weg entlang zu der Kanzel bei der ich meinen Jagdgast treffe. "Und?" - "Um 7 sind von oben ein Jährling und ein Alter gekommen und durch den Fichtenhochwald auf dem Wechsel, den du gemeint hast, pfeilschnell runter. Sind die nicht zu dir nach vorn gekommen?" - Gut, wenigstens sind die Böcke aktiv. "Nö, leider nicht. Hab nix gesehn. Konnst nicht schießen? Was hatten sie drauf?" - "Ne, bin zwar mitgefahren, aber verhofft haben sie leider nicht. Durch die Stangen durch, auf die Entfernung und der Geschwindigkeit war auch nicht dran zu denken." - Gut, sehr gut. Wenigstens weiß er, wann er den Finger grad lässt.
"Ja und, was hatten sie drauf?" - "Der Jährling ist ein Spießer, ca. lauscherhoch, der Ältere ist sehr ordentlich. Zwei Finger über Lauscher, stark vereckter Sechser mit massiven Stangen. Ich zeig's dir an der Trophäenwand von deinem Vater, wie er ungefähr ausgesehen hat." - "Wie alt schätzt du ihn? Ist er so 4-5?" - "Ja, schätz ihn schon so auf 5." - Verdammt, das hätte doch jetzt passen können. Schön, das der noch steht. "Schade! - Und jetzt?. Willst frühstücken gehen oder sollen wir erst die anderen Plätze anschauen, die ich mir für uns gedacht hab." - "Machen wir das, wenn wir schon im Revier sind."




Abendansitz


"Du sitzt an die Saukanzel", sag ich zu Ferlacher auf dem Weg ins Revier. "Ist einer meiner absoluten Lieblingsplätze. Da kann dir alles kommen. Fuchs, Dachs, Reh, Sauen. Besonders im Rücken solltest du den Hang im Auge behalten. Das Wild zieht gern durch den Eichenhochwald. Ich sitz weiter hinten an die Grenze und hol dich dann ab. Oft wechseln die Rehe auch von 11Uhr auf dich zu und gehen am Graben entlang vor dir auf 40m Entfernung vorbei. Wartest, bis sie bei der Saukirrung sind, dann hast besseres Schussfeld! Die Sauen liegen, wenn sie da sind entweder oberhalb in der Dickung oder ganz unten drin. Die kommen dann meist die Klinge hoch, dann siehst sie erst auf der Rückegasse. Übrigens lief an deinem Platz letztes Jahr ein Sechserjährling. Wenn der kommt, lässt ihn laufen. Wäre schad um ihn. Im Winter beim Füttern stand mir dort ein kapitaler Sechser zu. Mag vielleicht getäuscht haben, wegen dem Bast, aber so einen gibt es selten bei uns."
Wir steigen aus und machen uns fertig für die Pirsch zu den Plätzen. Ich sehe auf die Uhr. 17:45Uhr. Sehr gut, wir sind zeitig dran. "Läufst in meiner Spur, dann wirst nicht so dreckig. Der Weg ist ziemlich nass. Und du, Fex, gehst jetzt Fuß."
Bei der Kanzel angekommen fragt mich Wastl, wo ich denn genau sitze. "Da hinten auf einem Drückjagdstand. Kannst aber beruhigt in alle Richtungen schießen. Wir sind überriegelt. Waidmannsheil." - "Gut, Waidmannsheil."
Als ich bei der Leiter bin, setzte ich Fex auf den Boden. Gut, dass meine Schwester mit dir noch so gezockt hat, bevor wir los sind. Dann bist wenigstens ruhig und schläfst. Mmh, es ist 10 nach 6. Bin mal gespannt, was hier so läuft. Hoffentlich kommt dem Wastl der starke Sechser oder ne Sau. Man, das wäre n Ding. Seit zwei Jahren schon haben wir keine mehr gekriegt. Wird mal wieder Zeit!! - Hier müssen wir unbedingt vor der Brunft ausschneiden. Hast ja fast kein Schussfeld mehr. Außer zum Nachbarn rüber. Super, das bringt mir jetzt auch nix!
Die Sonne scheint zwischen der Baumkrone durch und taucht den Buchen-Eichen-Kiefern-Bestand in ein unwirkliches Licht. Der Wasserlauf neben mir plätschert den Hang runter. Unter mir die Ahorndickung reflektiert in frühjährlichem Grün voller Kraft die Sonne. Jägerherz, was willst du mehr. Ich sehe einem Kleiber zu, wie er an einer Kiefer rauf und runter saust. Tief atme ich die frische Luft ein. Wird auch endlich Zeit, nach dem Winter. Der Jährling heut morgen war noch im Bast. Der Alte hatte schon komplett gefegt. Hab überhaupt wenig Fegstellen gesehen.... was ist denn das, da hat sich doch was bewegt!
Ich suche mit meinem Steiner den Grad ganz unten am Hang ab, rechts von der Ahorndickung. Da - das ist ein Reh. Ein Bock. Das wird richtig. Der kommt hoch. Ne, doch nicht, er zieht zum Nachbarn. - Lauscher hohe Spieße. Daumendicke Enden. Komplett gefegt. Der hat richtig Masse drauf. Bis zum Träger gefärbt. Das ist ein Alter. Den hab ich noch nie gesehen.
Als sich der Bock dreht, sehe ich ihm zwischen die Lauscher. Uiuiui. das sind mindestens 250gramm. Nach seinem Gesicht zu urteilen ist der mindestens 6. - Ne, nicht dort hintere, hier sitz ich. Herzklopfen. Ich sehe auf die Uhr. 19:07Uhr. Wieder mein Fernglas hoch. Man, der sucht wie ein Schweißhund. Vielleicht einen Jährling oder so. Auf ca. 120 Gänge zieht der Bock beim Nachbarn den Hang hoch bis ich ihn nicht mehr sehe. Na ja, vielleicht kommt er mir dann von oben oder scheucht mir das zu, was er sucht. Mit erhöhtem Puls und leicht enttäuscht, dass er nicht zu mir gekommen ist, lehne ich mich zurück und atme tief durch. Schade.
Kaum 20min später höre ich wieder unten ein Rascheln. Da ist er wieder. Er zieht zu uns rüber. Komm nur ein paar Meter rauf, da kann ich dich sehen. Nein, nicht runter. - Weg. Vielleicht kommst du ja unten rum. Oder ziehst sogar zum Wastl hoch.
Voller Hoffnung wartete ich auf die Dinge, die da kommen mögen. Leider kam keines. Kein Schuss von Ferlacher und kein Bock. Ich blieb sitzen, bis es mit meinem 8x56 Glas schwierig wurde überhaupt den Unterschied zwischen Gesträuch und Boden auszumachen. Mmh, es ist 10 vor 10. Gehen wir, Fex. Bringt jetzt nix mehr. Dann halt beim nächsten mal! - Mal schauen, was unser Gast zu berichten hat. Der wartet bestimmt schon.
"Und?" - "Nix gesehen. Nur gehört." - "Was?" - "Sauen. Die haben richtig Rabatz gemacht. Waren genau hinter mir im Hang. Aber gesehen hab ich nix. Hab bestimmt ne Stunde lang alles abgesucht und gewartet." - Ach, sieh mal einer an. Sind sie also da, obwohl wir die Kirrung seit Ende März nicht mehr bestückt haben. Schön. "Wann war das?" - "So zwischen 8 und halb 9, hab vergessen auf die Uhr zu schauen vor Aufregung. Die waren da bis kurz vor halb 10." - "Und kein Rehwild?" - "Nein. und bei dir?" - Verflixt und Zugenäht. Das darf doch nicht wahr sein. Kein Stück Rehwild. Nicht mal die Geiß der ich im Winter ein Kitz genommen hab. Die ist doch sonst immer da. Und das Schmalreh von ihr läuft doch auch noch hier. Na ja, kann man halt nix machen.
Ich berichtete Ferlacher von meiner Begegnung mit dem alten Spießer und endete mit dem Satz: "Dann halt morgen früh."
Leicht frustriert machten wir uns wortlos auf den Heimweg. Abends dann sagte Ferlacher noch: "Das war ein schlechtes Spiel heut. 3:0 für die Böcke!"
Seufzend stimmte ich ihm zu.

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http://jagd.de/magazin/tagebuch 09.09.2010